Unser Zentrum

 

Wir verstehen unser Zentrum in erster Linie als einen Zufluchtsort für Kinder. Wir versorgen sie dort mit Nahrung, bieten ihnen Schlafplätze, Spielmöglichkeiten und - wenn es sich ergibt - auch Schulunterricht. Kranke und verletzte Kinder werden bei uns medizinisch versorgt. Vor allem aber geben wir den Kindern unsere Zuwendung, hören ihnen zu und sprechen mit ihnen über ihre Ängste und Nöte. In unserem Zentrum möchten wir diesen traumatisierten Kindern Ruhe, Sicherheit und Geborgenheit geben.

 

 

Mit Mme N’Doye haben wir bei AEMO (Staatliche Einrichtungsstelle für Kinder und Jugendliche) eine verlässliche und kompetente Ansprechpartnerin gefunden. Sie übergibt uns offiziell Kinder, die auf der Straße aufgelesen wurden.

 

Die Gründe, warum sie dort aufgelesen wurden sind vielfältig. Oft handelt es sich um Kinder, die aus den Daaras geflohen sind, aber auch um Kinder, die keiner mehr haben will, weil z.B. die Eltern geschieden sind und sich keiner für sie verantwortlich fühlt.

 

 Abdul Azis
Abdul Azis

Dieses Schicksal erlitt zum Beispiel der 6-jährige Abdul Azis. Er ist durch seine Schädelverletzung, die er durch Schläge erlitt und mit der er ein halbes Jahr im Krankenhaus lag, in seiner Entwicklung zurückgeblieben. Die geschiedenen Eltern weigern sich, das Kind wieder aufzunehmen.

 

Wir bemühen uns intensiv, die aufgelesenen Kinder zu ihren Eltern zurückzubringen. Das ist allerdings ein schwieriger Prozess. Zunächst benötigt man dafür das Vertrauen der Kinder, um ihre Eltern ausfindig zu machen, die meist in entlegenen Dörfern irgendwo im Senegal leben. Viele Kinder weigern sich, uns mitzuteilen, wo ihre Eltern leben.

 

Entweder haben sie Angst vor ihren Eltern oder sie haben Angst davor, dass sie zurück in die Daaras gebracht werden, was leider auch oft der Fall ist. Dies ist besonders tragisch, wenn es sich um sexuell missbrauchte Kinder handelt.

 

So achten wir bei der Rückführung der Kinder genau darauf, dass die Kinder auch eine Chance haben, bei ihren Eltern zu bleiben. Hierzu sind intensive Gespräche notwendig.

Bei Kindern, deren Rückführung in die Familie erfolgreich gelang, halten wir zu den Eltern und Kindern - soweit das möglich ist - Kontakt.